Auf Entdeckungsreise in der Base7 – der Exploration Day

Rückblick auf den ersten „Exploration Day“ in der Base7

Ein ganzer Tag in der Base7, neun Teilnehmer, drei Trainer und rund ein Dutzend verschiedene Modelle der organisationellen Veränderung und die dazugehörigen Innovationsmethoden – im November fand der erste „Exploration Day“ statt! Begleitet von Jörn Apel (TheDive), Alexandra Hofmann und Alexandra Rudl (beide bwcon) konnten die Teilnehmer Methoden wie Effectuation oder Management 3.0 an konkreten Fallbeispielen kennenlernen. Anschließend wurde dann gemeinsam reflektiert, wie die ersten Schritte hin zu einer organisationalen Veränderung gegangen werden können.
Diese Art von „New-Work-Schnuppertag“ war für alle Beteiligten eine Premiere. Wir haben mit den beiden Alexandras von bwcon gesprochen, um zu erfahren wie sie diesen Tag erfahren haben. 

 

Was hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewegt am Exploration Day teilzunehmen?

Wir hatten in der Agenda und in der Einladung Begriffe genannt, die gerade immer wieder anzutreffen sind, von Agil über Design Thinking bis zu Holacracy. Die Teilnehmer haben Antworten auf Fragen gesucht wie beispielsweise: Was steckt hinter diesen Begriffen? Wie kann ich das einsetzen? Wie kann mir das helfen? Mit dem Exploration Day haben wir diese Begriffe eingeordnet: für die Teilnehmer, aber vor allem auch mit den Teilnehmern. Über das reine Vorstellen der Methoden und Konzepte hinaus wollten wir auch zeigen, wann man was am besten einsetzt und wie man diese miteinander kombinieren kann.

Wir haben die Gruppe bewusst klein gehalten, so dass wir auch an den Themen der Teilnehmer arbeiten konnten. Vor allem die interaktiven Parts haben die Teilnehmer sehr interessiert. Sie wollten direkt ausprobieren und Methoden beispielhaft durchspielen. Positiv dabei war, dass alle Teilnehmer sehr offen und neugierig waren. Das unterschiedliche Wissen der Teilnehmer hat sich wunderbar ergänzt: Der eine kannte sich schon mit Organisationsentwicklung aus, für den anderen war das Thema „agile Organisation“ bereits ein Begriff. Und eine weitere Teilnehmerin hatte bereits einen Design Thinking Workshop mit gemacht. Da gab es viele unterschiedliche Hintergründe.

Die sind alle mit einer Haltung reingegangen, dass sie hier was lernen können und wollen. Das fanden wir sehr schön!

Ein anderer wichtiger Aspekt war, dass die Teilnehmer neben den Methoden auch „Gleichgesinnte“ kennenlernen wollten. Es waren vor allem Führungskräfte da, die gekommen sind, um u.a. eine andere Art der Führung kennenzulernen und sich darüber auszutauschen. Da stecken natürlich auch persönliche Motive dahinter.

 

Was war denn euer persönliches Highlight an dem Tag? Was wird euch in Erinnerung bleiben? Was hat besonders gut geklappt?

Wir haben an dem Tag u.a. die Entscheidungslogik „Effectuation“ vorgestellt. Mit diesem Ansatz kann man unternehmerisches Handeln lernen. Es ist das Gegenteil von „wir planen, wir haben ein Ziel“. Diese Methode startet mit dem, was wir heute zur Verfügung haben. Sie geht davon aus, dass es in der Gruppe schon so viele Kompetenzen und „Mittel“ gibt, dass wir morgen direkt etwas Neues starten können. Im Rahmen eines interaktiven Formates, dem sogenannten „Marktplatz der Macher“, haben wir mit der Gruppe neue Vorhaben mit dieser Herangehensweise verhandelt. Einer der Teilnehmer war anfangs skeptisch, ob so etwas ohne klare Zielsetzung funktionieren könne. Nach der Übung war gerade dieser „Skeptiker“ ganz begeistert und hat gesagt „Das hat so gut funktioniert!“ Durch die vielen Gespräche im Format habe er permanent sein Vorhaben weiterentwickelt. Er hat „auf dem Weg“ sein Ziel weiterentwickelt. Genau das wollten wir beim Exploration Day bewirken: Durch das eigene Tun, neue Konzepte verstehen.

Über diese Übung ist die Gruppe stark in den Austausch gegangen; jeder hat Ideen eingebracht, die er oder sie vorantreiben möchte und es ist eine große Begeisterung und Zusammenhalt in der Gruppe entstanden. Dabei entstand auch die Idee über den Exploration Day hinaus in Kontakt zu bleiben. Die Gruppe tauscht sich gerade darüber aus, ob sie sich nochmal treffen wollen, vielleicht sogar wieder in der Base7.

 

Könnt ihr beschreiben, wie die Teilnehmer auf die Base7 reagiert haben? Gab es Feedback? Wie habt ihr den Raum eingesetzt?

Die Base7 hat sehr gut zum Exploration Day gepasst, vor allem weil der Raum anders ist als gewöhnliche Büro- oder Konferenzräume. Der Raum hat viele schöne kleine Details. Es gibt in ihm viel zu entdecken. Gerade darum ging es uns ja an diesem Tag.

Zudem kann man die Base7 sehr gut bespielen, weil sie so flexibel ist. Sowohl interaktive Parts als auch spontane Änderungen im Programm – das passte einfach sehr gut zu unserem Konzept. Der Raum ermöglich viel Bewegung: Wir waren einmal im Stuhlkreis, dann sind wir rüber an einen der Stehtische und haben dort mit Lego Serious Play® gebaut. In den Pausen ist direkt gegenüber die Kaffeemaschine, da ist wiederum Platz zum informellen Austausch. Man kann immer wieder von einer Ecke in die andere und somit jeweils in ein anderes Setting eintauchen. 

Was uns noch aufgefallen ist: Wir hatten vorher überlegt, ob es beim Exploration Day eine  „Du“ oder eine „Sie-Kultur“ gibt? Als die Teilnehmer ankamen und in diesen Raum eingetreten sind, haben uns die meisten automatisch geduzt. Wir glauben, das liegt an dem Raum – die Base7 schafft einen Vertrauensraum. Er strahlt eine gewisse lockere Atmosphäre aus, eben nicht das, was wir typischerweise mit Konferenzräumen verbinden. Dadurch kam automatisch dieser „Du-Reflex“.

Die meisten haben uns automatisch geduzt. Wir glauben, das liegt an diesem Raum – die Base7 schafft einen Vertrauensraum. 

 

Gab es auch Momente, in denen es gehakt hat? 

Wir hatten den Tag über hinweg einen Flow. Aber klar, zwischendurch gab es auch Fragen, mit denen wir so zunächst nicht gerechnet haben. Zum Beispiel haben wir Methoden vorgestellt, die teilweise aus dem Start-Up Umfeld kommen und dann kam auch mal eine provokante Frage „Warum sollen wir diese Methoden anwenden, wo doch 90 Prozent der Start-Ups scheitern?“ Da sind wir kurz gerudert. Es war dann aber auch gut, dass wir zu dritt waren, so dass wir unsere bwcon Perspektive einbringen konnten und Jörn die TheDive Perspektive.

 

Wird es in 2018 wieder einen Exploration Day von TheDive und bwcon geben? 

Ja – die Terminfindung läuft! Wir haben schon beim ersten Treffen mit Jörn von TheDive gesehen, dass wir aus unterschiedlichen Richtungen kommen, und etwas richtig Gutes gestalten können, wenn wir uns zusammentun. TheDive kommt ja aus der Organisationsentwicklung und hat eher den Meta-Blick. Wir kommen ursprünglich aus dem Feld der Start-Up-Beratung und Innovationsmethoden. Das sind also unterschiedliche Richtungen, aber die Auffassung dahinter ist sehr ähnlich. Wir sagen beide „Es geht vor allem um die Haltung“. Wir versprechen nicht, dass ein Unternehmen eine bestimmte Methode anwendet und dann nonstop neue Ideen produziert. Es geht darum eine Haltung zu erlernen in der Scheitern zugelassen wird, Raum für neue Ideen ist; eine „Ja-und“ Haltung und iteratives Vorgehen. Da haben wir das gleiche Grundverständnis: das Trio, das zusammen dort war. Und das hat sich auch in diesem Rahmen richtig gut ergänzt, weil wir den Teilnehmern immer wieder etwas anderes bieten konnten. Auch die flexible Agenda, die eher ein Menü war, aus dem die Teilnehmer auswählen konnten, hat dazu beigetragen, dass es für alle sehr kurzweilig war. In diese Richtung wollen wir beim nächsten Exploration Day noch mehr gehen.

 

Alexandra Hofman ist Innovation Facilitator bei bwcon und Alexandra Rudl ist Head of bwcon Innovation Academy.

Die bwcon GmbH ist die Dienstleistungstochter des Vereins Baden-Württemberg: Connected e.V., der führenden Wirtschaftsinitiative zur Förderung des Innovations- und Hightech-Standorts Baden-Württemberg. Personen und Unternehmen erhalten durch die bwcon GmbH eine durchgängige Unterstützung im Innovationsprozess. Der Unternehmensbereich „Innovation Academy“ begleitet etablierte Organisationen bei der Exploration neuer Geschäftsfelder und auf dem Weg zu einer innovationsfreundlichen Unternehmenskultur. Dabei kombinieren die Moderatoren der Innovation Academy verschiedene Innovationsmethoden immer wieder neu und zugeschnitten auf die Bedürfnisse der jeweiligen Organisation.