Vertrau Dir! – Schule im Aufbruch

Die Gruppe der Bestmann AG (Name geändert) steht um die stehhohen Design Thinking Möbel in der Dive Base7, vor sich buntes Papier, Legofiguren und ein paar Papprollen. „Sie haben nur zehn Minuten Zeit, also nicht lange nachdenken oder diskutieren, einfach loslegen!“ ruft Lena Marbacher, die Design Thinking Moderatorin. „Sie wissen ja: Learn to Fail“!

Wenn wir gestandenen Managern mittleren Alters solche Dinge abverlangen, fragen wir uns allzu oft: Hätte man das nicht einfacher haben können? Erst lernen wir 13 Jahre in der Schule und dann oft nochmal fünf Jahre auf der Hochschule mühsam wie „es“ geht, wie man „es“ richtig macht. Die Devise lautet: „Bloß keine Fehler machen“. Wer keine Fehler macht kriegt eine Eins.

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Und nun? 30 Jahre alles richtig gemacht. Karriereleiter hoch bis ins mittlere Management. Und jetzt das: „Ich weiß, wie es geht“ ist das neue „falsch“. In Zeiten steigender Komplexität und disruptiven Wandels tragen die bewährten Konzepte der Vergangenheit oft nicht mehr. Wer sich blind auf das verläßt, was „schon immer so“ geklappt hat, scheitert. Wer keine Kompetenz entwickelt hat ins „nicht wissen“ hineinzusegeln, ohne Panik zu bekommen, hat es schwer. Dies bestätigen unsere Kunden uns immer wieder. Da liegt die Frage nahe: Warum nicht in der Schule schon damit beginnen, zu erlernen, worum es im Leben (und im Unternehmensalltag) wirklich geht: Selbstvertrauen. Selbstvertrauen gibt uns in Situationen, die für uns neu und ungewohnt sind, einen Kompass, der uns sagt: Hier geht’s lang – ich weiß nur noch nicht wie.

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Schule im Aufbruch macht genau diesen Unterschied: Die 2012 gegründete Initiative unterstützt Schulen auf der Reise von einer Anstalt der Wissensvermittlung zu einem Lernort für Potenzialentfaltung. Im Mittelpunkt steht das Bestreben, den Schülern Kompetenzen für die eigene Selbststeuerung zu vermitteln. Die Lernkultur der Schulen im Aufbruch folgt demgemäß folgenden Prinzipien:

Lernen, wissen zu erwerben (nicht: Lernen, um zu wissen!)
Lernen, zu handeln
Lernen, zusammen zu leben
Lernen, zu sein.

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Der Erfolg gibt der Schule im Aufbruch recht: Die Begeisterung der Schüler, Lehrer und Eltern spricht sich herum. Über 50 Schulen in Deutschland haben sich der Bewegung angeschlossen. Und monatlich werden es mehr. Die Evangelische Schule Berlin Zentrum hat inzwischen Kultstatus erreicht. Hunderte von Besuchern aus aller Welt pilgern Monat für Monat in das Schulgebäude am Märkischen Museum. Auch Frederic Laloux befaßt sich in seinem Buch „Reinventing Organization“ mit den Organisationsprinzipien der ESBZ. Sein Fazit: Auch Schulen können Vorbild sein für Unternehmen neuen Typs. Selbstorganisation, Menschlichkeit, Sinnorientierung. Von Anfang an.

Nicht nur aufgrund dieser Werte ist die Schule im Aufbruch eine Partnerorganisation von TheDive. Denn: Um die Wirtschaft zu verändern brauchen wir nicht nur neue Unternehmen, sondern vor allem neue Unternehmer. Menschen, die sich trauen, etwas zu unternehmen. Und zwar bereits in der ersten Klasse!

P.S. Im Rahmen unserer Partnerschaft hat TheDive im Mai diesen Jahres die Konferenz „Global Goals Curriculum“ tatkräftig unterstützt. Das Ziel: die 17 Entwicklungsziele der Vereinten Nationen fest in die Lehrpläne der Schulen zu verankern. Die Konferenz mit zahlreichen Impulsvorträgen und Workshops wurde umfassend dokumentiert.

3 Gedanken zu “Vertrau Dir! – Schule im Aufbruch

  1. Danke für den Artikel, das ist spannend! Mehr Erziehung zum selbstebewussten, neugierigem Menschen ist extrem werrtvoll. Wie sieht eure Partnerschaft mit der Schulde denn genauer aus?
    Und mit den Leuten von der Bestmann AG hat das nichts mehr zu tun, oder? 🙂
    Darf ich euch mal eine E-Mail schreiben? Ich finde es spannend, was The Dive macht, aber irgendwie müsstet ihr das noch einfacher erzählen.
    Viele Grüße
    John

    1. Hallo John,
      vielen Dank für Deine Rückmeldung. Unsere Partnerschaft besteht darin, dass wir uns regelmäßig mit den Leitern der Schule im Aufbruch austauschen und gegenseitig unter die Arme greifen. Insbesondere tauschen wir die Erfahrungen aus, wie man Organisationen „transformiert“, heißt, wie man die Sehnsucht für die Veränderung bei den Beteiligten weckt und ihnen Freiheit und dennoch ein Geländer bietet, um den Weg selbst zu erkunden.
      Die „Bestmann AG“ (Name geändert) 🙂 hat keinen direkten Kontakt zur Schule im Aufbruch. Noch nicht. Denn auch das wäre ein spannendes Experiment des Lernens: Was können Manager von Schülern lernen….
      LG Jörn

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