Mit über 43.000 Studierenden zählt die Universität Hamburg nicht nur zu den größten Universitäten Deutschlands. 2019 konnte sie ihre Forschungsstärke auch in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder unter Beweis stellen und trägt seitdem den Titel “Exzellenzuniversität”. Um auf so einem hohen Niveau forschen und ausbilden zu können, braucht es nicht nur Spitzenpersonal, sondern auch ein System, das dessen Arbeit trägt. Oder wie es der neue Präsident Hauke Heekeren ausdrückt: eine Kultur der Kommunikation.
Mit Heekeren übernahm 2022 einer die Universitätsleitung, der aus seiner Haltung ein klares Credo ableitet. Er will mehr Partizipation, mehr Selbstverantwortung, mehr Zusammenarbeit in seinem Haus. Mit Blick auf die gewachsenen Strukturen bedeutet das vor allem eins: echte Veränderung.
Was auf dem Antrittspapier visionär klingt, muss sich in einer derartig komplexen Organisation allerdings erst einmal entfalten können. Gemeinsam mit TheDive startete das Präsidium deshalb ein Projekt, das den Wandel im Innersten beginnt – der Kultur.
Für den Kulturwandel entschied sich das Team für den Seed-Approach, einen agilen Ansatz aus der Feder der Transformationarchitekten und TheDive-Weggefährten Dr. Johannes Ries und Christian Fust.
Anders als top-down verordnete Change-Strategien verändert der Seed-Approach, ähnlich wie in einer Grassroots-Logik, Kultur direkt von unten. Dafür entwickeln Mitarbeitende in ihren Teams sogenannte Kulturprototypen - kleine Initiativen zur Veränderung der Arbeitsweisen.
„Wir wollten keine neuen Regeln, sondern neue Räume. Das hat enorm viel verändert – und am Ende war es oft leichter, als wir dachten.“
Statt alle Mitglieder der Universität einem vollständigen Loop Approach zu unterziehen, gaben wir verschiedenen Teams einzelne Methoden an die Hand, mit denen sie Kulturprototypen entwickeln konnten, die zu ihnen und ihrer Kultur passten. Begleitet von Loop Methoden und Sprint-Formaten lernten ausgewählte Teams, wie sich diese neuen Arbeitsweisen praktisch und sicher erproben lassen: durch spannungsbasiertes Arbeiten, holakratische Meetingformate, co-kreative Designprozesse und „Safe enough to try“.
Meetings wurden kürzer. Verantwortlichkeiten klarer. Die Zusammenarbeit wirksamer. Kurzum: Es entstand ein Flow im Betriebssystem.
Der Loop Approach ist unser systematischer Transformationsprozess für Teams und Führungskräfte. Er gibt einen klaren Rahmen vor und ermöglicht gleichzeitig einen Raum, um die beste individuelle Form der Zusammenarbeit zu etablieren. On the job. Schritt für Schritt.
In der Anfangsphase lag die Gestaltung klar bei TheDive: Workshops, Formate, Impulse. Geleitet wurde der Prozess von Mirja Bastian und Miriam Wilhelm, die gemeinsam mit dem Präsidium die ersten Schritte setzten. Doch je länger das Projekt lief, desto selbstverständlicher übernahm die Steuerungsgruppe Verantwortung – von der Bedarfsformulierung bis zur methodischen Umsetzung.
„Am Anfang, besonders in den ersten Terminen mit dem Präsidium oder mit den ersten Gruppen, haben wir uns stark an euch festgehalten”, so Rosalie Förster. „Mit der Zeit wurden wir dann immer eigenständiger. Wir wussten, was wir brauchen und haben uns selbst strukturiert."
Ein Schlüsselmoment war der Workshop mit den Dekan*innen. Plötzlich wurde sich geduzt, es wurde Theater gespielt, gelacht und auf Augenhöhe diskutiert. Dann floss die Strategiearbeit fast wie von selbst. Für Förster eine ganz neue Szene. Und ein Ausdruck dafür, worum es bei dem Projekt ging und was sich bereits verändert hatte.
Heute ist der Wandel längst zu einem Inhouse-Projekt geworden, seine Spuren sind an vielen Stellen sichtbar. So hat die Universitätsleitung eine Vision 2030 entwickelt – mit klaren strategischen Schwerpunkten und Jahreszielen. Es gibt bereits drei ausgebildete Loop Guides, die intern eigenständig Teams begleiten und Veränderung systematisch fördern. Besonders die Sync Meetings haben sich dabei als wirkungsvolles Werkzeug etabliert – so sehr, dass immer mehr Kolleg*innen neugierig wurden, wie das eigentlich funktioniert. Um diesem wachsenden Interesse gerecht zu werden, hat die Universität eine eigene Videoreihe produziert: Darin erklären die Loop Guides anschaulich, worauf es ankommt und wie gute Meetings gelingen können.
Auch sprachlich zeigt sich der Wandel: Die Uni duzt sich nun. Klingt klein, ist aber ein Riesenschritt.
Natürlich ist der Wandel an der Universität Hamburg nicht abgeschlossen. Er hat aber eine neue Reife erreicht. Der Austausch zwischen Fakultäten und Zentralverwaltung ist enger denn je. Und das Bewusstsein wächst: Kultur ist kein Projekt – sie ist das, was wir täglich gemeinsam gestalten.
"Die Arbeit ist leichter und fröhlicher geworden. Wir arbeiten wieder mit Menschen, nicht nur in Prozessen. Das merkt man auch an der Reaktion von außen: Alle sehen, dass sich hier etwas verändert hat."
Workshopstunden verbracht
Mitarbeitende involviert
Kulturinitiativen aus Eigenmotivation entwickelt
Du hast eine konkrete Projektanfrage? Unser Berater Felix freut sich, mit Dir über Mail oder in einem persönlichen Termin ins Gespräch zu kommen
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